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- DER AKTIONÄR

"Der Favoritenwechsel hat begonnen"

Im Rahmen der zweiten Immobilien-Konferenz von DJE Investment hat DER AKTIONÄR mit Fondsmanager Dr. Jens Ehrhardt über die Aussichten für Aktien gesprochen. Der Fondsmanager verrät, wo er die besten Kurschancen sieht und welches Potenzial er dem DAX in nächster Zukunft einräumt.

Im Rahmen der zweiten Immobilien-Konferenz von DJE Investment hat DER AKTIONÄR mit Fondsmanager Dr. Jens Ehrhardt über die Aussichten für Aktien gesprochen. Der Fondsmanager verrät, wo er die besten Kurschancen sieht und welches Potenzial er dem DAX in nächster Zukunft einräumt.

DER AKTIONÄR: Herr Ehrhardt, die Referenten der Konferenz haben optimistische Ausblicke auf die Immobilienmärkte gegeben. Wie halten Sie es mit Immobilienaktien in Ihren Fonds?

DR. JENS EHRHARDT: In einigen unserer Aktienfonds hatten wir auch Immobilienwerte wie IVG. Wir haben diese Positionen nach den starken Kurssteigerungen aber reduziert. Uns erscheinen die Aktien trotz der positiven Aussichten inzwischen als recht teuer.

Gilt das auch für den Gesamtmarkt?

Da muss differenziert werden. US-Aktien haben zwar etwas an Attraktivität gewonnen, nachdem die Unternehmensgewinne schon seit geraumer Zeit stärker steigen als die Aktienkurse. Die Bewertungen sind aber auch jetzt noch höher als in Europa oder Asien. Sie lassen wenig Spielraum für Kursgewinne. In Europa sind die KGVs moderat. Hier zählt Deutschland mit der erstarkenden Wirtschaft und dem florierenden Export weiter zu den Favoriten. Allerdings müssen sich Anleger umstellen. Mit der Börsenkorrektur im Mai hat der viel beschworene Favoritenwechsel weg von Nebenwerten hin zu Blue Chips begonnen. Diese Tendenz sollte sich fortsetzen, weil Standardwerte günstiger zu haben sind.

Welches Potenzial räumen Sie dem DAX in nächster Zukunft ein?

Ich rechne mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends in einem etwas gedrosselten Tempo. Die Profitmargen der Unternehmen sind schon rekordverdächtig, das Potenzial für weitere Gewinnzuwächse ist daher begrenzt. Zehn Prozent Plus jährlich sind beim DAX aber möglich; wenn es gut läuft auch mal 15 Prozent. Vielleicht erreichen wir 2007 die Marke von 7.000 Punkten.

Die US-Wirtschaft kühlt merklich ab. Droht von dieser Seite Gefahr?

Ja, zumindest in der Theorie. Wenn ich mir den dramatischen Einbruch am Immobilienmarkt ansehe, sind negative Überraschungen in der Wirtschaftsentwicklung der USA mit Konsequenzen für die Weltwirtschaft möglich. Das weiß allerdings auch Fed-Chef Ben Bernanke. Ich glaube, er wird schneller damit beginnen, die Zinsen zu senken, als die Marktteilnehmer erwarten.

Müssen wir uns dann Sorgen um die Inflation machen?

Die Inflationsangst ist übertrieben. Ob wir bei einer Preissteigerungsrate von 2,0 oder 2,5 oder 3,0 Prozent liegen, tut nicht viel zur Sache. Wenn aber die Fed oder die EZB durch eine zu restriktive Geldpolitik die Konjunktur abwürgen, haben wir ein Problem. Ich halte zu hohe Zinsen für die Hauptgefahr in meinem verhalten positiven Marktausblick.

Welche Fonds aus Ihrem Hause könnten im positiven Szenario besonders gut abschneiden?

Der DJE Dividende & Substanz, weil die Investoren defensive Engagements bevorzugen. Da ich Asienfan bin, halte ich außerdem unseren LuxTopic Pacific für aussichtsreich.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 42/2006.

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