Euromicron
- DER AKTIONÄR

"Der Ertrag ist entscheidend"

Nach der erfolgreichen Umplatzierung eines Aktienpakets sollte der Blick der Anleger nun wieder der fundamentalen Seite gelten - denn die Akquisitionsstrategie von Euromicron trägt bereits Früchte. Mit verstärkten IR-Aktivitäten will Vorstandchef Dr. Willibald Späth die Erfolge besser vermarkten.

Die Akquisitionsstrategie von Euromicron trägt bereits Früchte. Mit verstärkten IR-Aktivitäten will Vorstandchef Dr. Willibald Späth die Erfolge besser vermarkten.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Späth, viele Anleger verbinden den Namen Euromicron noch mit einer breit diversifizierten Industrieholding. Wie wollen Sie dies ändern?

DR. WILLIBALD SPÄTH: Wir sind mitten in einem Werbe- und PR-Prozess, um für neue Aktionäre deutlich zu machen, dass wir uns zu einem führenden Netzwerkausrüster und Dienstleister entwickelt haben, der trotz eines gewaltigen Umstrukturierungsprozesses mit ständigem organischen Wachstum und entsprechender Ergebnisqualität aufwarten kann. Allein dieses Jahr erwarten wir eine Steigerung in unserem Kerngeschäft von rund 15 Prozent zuzüglich der Akquisitionen. Auch das Ergebnis pro Aktie werden wir bezogen auf unser Kerngeschäft bis Jahresende mehr als verdoppeln.

Was bedeutet dies konkret für Umsatz und Gewinn im laufenden Jahr?

Wir gehen davon aus, dass wir 2006, wie geplant, mit den Akquisitionen rund 3,5 bis vier Millionen Euro EBIT auf Jahresbasis hinzugekauft haben werden. Davon könnten je nach Konsolidierungszeitpunkt 1,5 bis zwei Millionen Euro für 2006 relevant werden, so dass wir auch dort unser Ziel von 13 Millionen operativem Ergebnis inklusive der Akquisitionen erreichen werden. Die Umsatzgröße spielt dabei nicht die entscheidende Rolle. In dieser Phase der Akquisitionen steht eindeutig die Ertragsqualität im Vordergrund.

Vor diesem Hintergrund dürfte sich die positive Ergebnisentwicklung auch im kommenden Jahr fortsetzen?

Das Ergebnis je Aktie ist insgesamt abhängig sowohl von der Ergebnisqualität der Zukäufe, als auch von der organischen Entwicklung. Annualisiert erscheint für 2007 ein Wert oberhalb von zwei Euro durchaus realistisch.

Können Sie uns schon einen Einblick in Ihre mittelfristige Planung geben?

In der nächsten Stufe, dass heißt bis Ende 2008 peilen wir eine Unternehmensgröße von rund 200 Millionen Euro Umsatz und 16 bis 18 Millionen Euro operatives Ergebnis an. Bereits heute arbeiten wir an der Fortführung unserer Strategie und der Unternehmensentwicklung über diesen Zeitraum hinaus.

Worauf führen Sie die unbefriedigende Kursentwicklung der vergangenen Wochen zurück?

Wenn bei der Abgabe von einzelnen Paketen nicht mit uns gesprochen, sondern versucht wird, die Pakete in kleinen Stückzahlen über die Börse abzugeben, bringt dies den Kurs unnötig unter Druck. Zudem nimmt es den Nachfragern, die gerne ein Paket von Euromicron-Aktien erwerben würden, die Gelegenheit hierzu. Gerade die Entwicklung der letzten Wochen ist auf eine solche Situation zurückzuführen, die jedoch nach Bekanntwerden des abgebenden Investors durch die Umplatzierung des Paketes bei einem neuen Investor aufgefangen werden konnte. Um derartigen Entwicklungen entgegenzuwirken, arbeiten wir daran, eine breitere Aktionärsbasis zu schaffen. Dies ist ein wichtiger Schritt in der derzeitigen AG-Entwicklung.

Wäre auch ein Aktienrückkaufprogramm denkbar?

Ein Aktienrückkaufprogramm erachten wir bei der Kapitalstärke der Euromicron AG als ein interessantes, ergänzendes Mittel, um die positive Kursentwicklung entsprechend zu unterstützen. Deshalb haben wir uns auch von der Hauptversammlung im Juli dieses Jahres diese Möglichkeit frei geben lassen.

Welche weiteren Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um Ihr Papier noch attraktiver für Anleger zu machen?

Um unsere Aktie noch attraktiver und insbesondere bekannter zu machen, verstärken wir derzeit bei all unseren Kapitalmarktpartnern unsere Aktivitäten. Für das letzte Quartal haben wir eine Reihe von Investor-Relations-Aktionen wie Roadshows, Analystenkonferenzen, Teilnahmen an Kapitalmarktveranstaltungen und Investorengespräche geplant, die der Aktie weiteren Auftrieb geben sollen. Darüber hinaus werden wir an unserer Dividendenpolitik festhalten und unsere Aktionäre am Erfolg des Unternehmens entsprechend teilhaben lassen.

Der Druck ist weg

Nach der erfolgreichen Umplatzierung eines Aktienpakets sollte der Blick der Anleger nun wieder der fundamentalen Seite gelten. Mit einem 2007er-KGV von 9 sowie einer Dividendenrendite von annähernd vier Prozent wird Euromicron derzeit weit unter Wert gehandelt. Die angekündigte IR-Offensive dürfte den Abschlag zur fairen Bewertung deutlich verringern.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 44/2006.

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