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Mit Lloyds Fonds wagt nach MPC Capital und HCI Capital der dritte Anbieter geschlossener Fonds den Sprung aufs Parkett. Lohnt die Zeichnung?

Mit Lloyds Fonds wagt nach MPC Capital und HCI Capital der dritte Anbieter geschlossener Fonds den Sprung aufs Parkett. Lohnt die Zeichnung?

Von Markus Horntrich

Seit mittlerweile zehn Jahren ist die in Hamburg ansässige Lloyd Fonds AG erfolgreich als Initiator von geschlossenen Fonds tätig. Die Notierungsaufnahme des hanseatischen Börsenaspiranten ist für den 28. Oktober vorgesehen. Anleger können die Aktie vom 18. bis 26. Oktober zeichnen. Doch lohnt es sich überhaupt, Aktien von Lloyd Fonds zu zeichnen?

Fokus Schiffsfonds

Historisch bedingt erwirtschaftet Lloyd Fonds den größten Teil der Umsätze im Bereich Schiffsfonds. 57 der 62 bislang aufgelegten Fonds sind Schiffsfonds. Bisher platzierten die Hansestädter insgesamt 751 Millionen Euro Eigenkapital, die gesamten Investitionen belaufen sich auf 1,9 Milliarden Euro. Bereits 2003 erweiterte Lloyd sein Produktportfolio um Fonds für gebrauchte britische Kapitallebensversicherungen. Mit den Mitteln aus dem Börsengang, netto werden schätzungsweise 70 bis 75 Millionen Euro zufließen, sollen neue Produktlinien wie Immobilienfonds oder Private Equity Fonds etabliert sowie der Vertrieb ausgebaut werden.

Überdurchschnittliches Wachstum

Der Markt für geschlossene Fonds erlebte in den vergangenen Jahren einen wahren Boom, vor allem im Bereich Schiffsfonds. Auch in den nächsten Jahren soll es moderat nach oben gehen, wobei Lloyd Fonds nach Meinung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Torsten Teichert überproportional wachsen wird. Marktexperten rechnen mit einem Anstieg des Platzierungsvolumens um zwei Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Lloyd Fonds hingegen wird Schätzungen zufolge um 75 Prozent auf 335 Millionen Euro zulegen können. Damit dürfte der Umsatz ebenfalls deutlich wachsen. Nach 82,5 Millionen Euro im laufenden Jahr ist laut Analysten mit einem Anstieg um rund 15 Prozent auf 95 Millionen Euro zu rechnen. Der Gewinn je Aktie soll entsprechend von 1,70 auf 1,81 Euro klettern.

Hohe Dividende

Wie Lloyd-Fonds-Chef Torsten Teichert im Gespräch mit dem aktionär verriet, soll die Ausschüttungsquote ab 2006 ähnlich hoch wie bei den Konkurrenten MPC oder HCI sein - deutlich über 90 Prozent. Auf Basis eines indikativen Kurses von 20 Euro ist eine attraktive Dividendenrendite von über acht Prozent zu erwarten. Mit einem 2006er-KGV von 11 ist Lloyd Fonds günstig bewertet im Vergleich zum Marktführer MPC. Die schwache Entwicklung von HCI nach dem erfolgreichen IPO sowie die (noch) geringeren Margen lassen jedoch keine großen Zeichnungsgewinne erwarten

Artikel aus Ausgabe 43/2005

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